Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Elbe

Die Elbe zählt zu den bedeutenden Strömen Europas. Seit dem 12. Jahrhundert, verstärkt jedoch nach dem Wiener Kongress 1815, wurde die Elbe in mehreren Etappen zum Schutz vor Hochwasser und Eis sowie als Handelsweg ausgebaut und damit von einem Natur- zu einem geregelten Kulturstrom umgewandelt. Die Elbe wird bei normalen Abflüssen durch Stromregelungsbauwerke (Buhnen, Leit- und Deckwerke) in ihrem Bett gehalten. Dadurch wird ein wildes und unkontrolliertes Ausufern des Flusses vermieden. Ein intaktes System von Strombauwerken hält den Fluss im Gleichgewicht, d.h. es bilden sich weder Anlandungen noch Erosion. Ein stabiles Flussbett gewährleistet der Schifffahrt verlässliche Fahrrinnenverhältnisse.

Die rund 105 km lange Elbestrecke im Bereich des WSA Lauenburg von Dömitz bis Oortkaten hat eine zentrale Bedeutung für ie Anbindung des Seehafens Hamburg an das Binnenwasserstraßennetz und ist Bestandteil der durchgängig ausgebauten Bundeswasserstraße von internationaler Bedeutung.
In Geesthacht befindet sich die einzige Staustufe der Elbe auf deutschem Gebiet. Etwa 17000 Güterschiffe und über 5000 Sportboote werden in Geesthacht jährlich geschleust. Rund 10 bis 11 Mio. Ladungstonnen werden hier jährlich auf dem Wasserweg transportiert.

Hier ist die Elbe zu sehen. Elbe

Unterhaltungsmaßnahmen

Hier erhalten Sie Informationen über die geplanten Unterhaltungsmaßnahmen an den Strombauwerken der Elbe.
Darüber hinaus wird die Verknüpfung von verkehrlicher und wasserwirtschaftlicher Unterhaltung bei der Instandsetzung von Regelungsbauwerken dargestellt.
Unterhaltungsmaßnahmen an der Elbe

Staustufe Geesthacht

In Geesthacht befindet sich die einzige Staustufe der Elbe auf deutschem Gebiet. Sie besteht aus einem Stauwehr sowie zwei Schleusenkammern. Für die ökologische Durchgängigkeit sorgen heute zwei Fischaufstiegsanlagen. Die Staustufe wurde 1957 bis 1960 mit zunächst nur einer Schleusenkammer errichtet. Der Bau der zweiten Kammer folgte in den Jahren 1978 bis 1981. Die Fischaufstiegsanlage am Südufer ersetzt seit 1998 die dort zuvor vorhandenen Fischaufstiege. Im September 2010 wurde der von Firma Vattenfall am Nordufer errichtete Fischaufstieg eingeweiht.

Veranlassung für den Bau der Staustufe war eine Verschlechterung der wasserwirtschaftlichen Bedingungen sowie der Fahrwasserverhältnisse. Durch das Wehr wurde der Wasserspiegel angehoben und im Staubereich die Schifffahrtsverhältnisse verbessert sowie Nachteile für die Landeskultur durch Absinken des Grundwassers beseitigt.
Das Wehr hat vier Stromöffnungen von je 50 m lichter Weite, deren Querschnitte von beweglichen Verschlusskörpern (Stahlsektoren) je nach Wasserführung der Elbe freigegeben werden. Dabei ist das Stauziel im Oberwasser auf einer Höhe von NN + 4,00 m zu halten. Wenn der Wasserabfluss über 1200 m³/s liegt, sind die Durchflussöffnungen durch Absenken der Sektoren vollständig freigegeben, so dass das Wasser ungehindert abfließen kann. Bei normalen Tiden ist die Staustufe Geesthacht die Grenze für den von Ebbe und Flut beeinflussten Bereich.

Die Schleuse mit Schleusenkanal ermöglicht der Schifffahrt die Überwindung der durch das Stauwehr erzeugten Gefällestufe. Der Höhenunterschied wird durch Ebbe und Flut unterhalb des Wehres bestimmt und liegt im Normalfall etwa zwischen 1,30 m und 3,50 m. Die Schleusenkammern haben jeweils eine Länge von 230 m und eine Breite von 25 m. Die Schleusentore sind Hubtore, bei denen das Torgewicht durch Gegengewichte in den Schleusentürmen nahezu ausgeglichen ist, so dass für den Antrieb der Tore nur geringe Kräfte erforderlich sind. Die Kammern werden durch leichtes Anheben des Obertores sowie durch einen Füllkanal in der Mittelmauer schwallfrei gefüllt. Die Entleerung der Kammer erfolgt analog über das Untertor. Die Doppelschleuse Geesthacht ist als Eingangsschleuse zu den weiterführenden Wasserstraßen verkehrlich stark belastet und bedingt dadurch ein hohes Maß an Betriebssicherheit.

Der Fischaufstieg am Südufer der Elbe ist 216 m lang und als Raugerinne mit drei Gefällestrecken und zwei Ruhebecken ausgebildet. Er hat eine Wasserspiegelbreite von 11 m und eine Wassertiefe von 0,8 m in den Gefällestrecken sowie 1,20 m in den Ruhebecken. Der weitaus größer dimensonierte Fischaufstieg am Nordufer verbessert die ökologische Durchgängigkeit und ermöglicht auch größeren Fischarten den Aufstieg.

Staustufe Geesthacht Staustufe Staustufe Geesthacht