Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Neue Lockströmung am Wehr Geesthacht in Betrieb genommen

Ausgabejahr 2020
Datum 30.09.2020

Heute hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lauenburg am Wehr Geesthacht die neu gebaute Lockströmung in Betrieb genommen. Sie erleichtert Wanderfischen den Aufstieg an der Nordseite der Wehranlage. Konkret geht es um zehn Rohrleitungen, durch die eine zusätzliche Strömung - Leitströmung - erzeugt wird. Dadurch können Fische den Einstieg in die Fischaufstiegsanlage besser finden.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Innerhalb kürzester Zeit und über die eigene Zuständigkeit hinaus hat das WSA Lauenburg den Wanderfischen am Wehr Geesthacht den Weg frei gemacht. Möglich wurde dies durch die kooperative und lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen dem Bund und dem Land Schleswig-Holstein. Das Ergebnis ist ein Plus für die Umwelt und den ökologischen Zustand unserer Gewässer.“

Die sog. Heberanlage ist eine zeitlich befristete Maßnahme, die nach der wasserrechtlichen Genehmigung des Landes Schleswig-Holstein realisiert wurde.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. „Der Einsatz der Beschäftigten des WSA Lauenburg ist vorbildlich. Auf flexible und unbürokratische Weise hat das Amt am Wehr Geesthacht mit dem schnellen Bau der zusätzlichen Lockströmung, für die Zeit bis zu einer endgültigen technischen Lösung an der Nordseite des Wehres durch Vattenfall, die Situation der Wanderfische erheblich verbessert.“

Darüber hinaus laufen an der südlichen Fischausstiegsanlage, für die die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zuständig ist, die Planungen.

Um die bisherigen Einschränkungen der Durchgängigkeit an der Staustufe zu kompensieren, hat das WSA Lauenburg Ende April als freiwillige Sofortmaßnahme zusätzlich ca. 150.000 Glasaale in die Elbe einsetzen lassen und eine neu gebaute Aalaufstiegshilfe in Betrieb genommen.

Hintergrund:
Die Fischaufstiegsanlage Nord wurde als Kompensationsmaßnahme für die Kühlwasserentnahme des Kraftwerks Moorburg durch Vattenfall errichtet. Zu der Anlage gehören auch die Leitströmungsrinnen im Bereich des Wehrbauwerks (feste Wehrschwelle), die für die Auffindbarkeit der Fischaufstiegsanlage erforderlich sind. Für die Errichtung und den Betrieb der Anlage inkl. der Leitströmungsrinnen wurden zwei Nutzungsverträge zwischen WSV und Vattenfall geschlossen. In diesen wurden neben dem Nutzungsrecht für die in Anspruch genommenen Flächen auch die Unter-haltungs- und Inspektionspflichten für Vattenfall geregelt.

Als 2019 von der WSV Schäden am Bauwerk erkannt wurden, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einem Versagen der Stauanlage geführt hätten, war die WSV gezwungen, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu ergreifen.