Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Schaden am Elbe-Stauwehr Geesthacht

Ausgabejahr 2019
Datum 06.08.2019

Am Stauwehr in Geesthacht wurden am Freitag, 02.08.2019, gravierende Schäden an der festen Überlaufschwelle festgestellt. Im Unterwasser der Überlaufschwelle sind Teile des Deckwerks aus Wasserbausteinen unterspült worden und in größeren Bereichen eingebrochen.

Zur Entlastung des Bauwerkes wurde am Freitagnachmittag das Wehr heruntergefahren, um den Wasserspiegel kontrolliert auf 380 cm am Pegel Geesthacht abzusenken.

Seit Samstagmorgen finden Sicherungs- und Baumaßnahmen an der Überlaufschwelle statt. Schon Montagmittag war die Böschung im Bereich der Beschädigungen mit einem Sand-Kiesgemisch aufgefüllt worden. Momentan werden zur Sicherung des Dammkörpers weitere Schichten mit erosionsstabilem Material aufgebracht. Mittlerweile sind ca. 4600 Tonnen Material verbaut.

Bedingt durch den abgesenkten Wasserspiegel in der Stauhaltung musste das Schiffshebewerk Lüneburg am Freitagabend seinen Betrieb einstellen. Am Mittwoch wird entschieden, ob der Wasserspiegel wieder langsam auf das Stauziel von 400 cm am Pegel Geesthacht angehoben werden kann. Das Schiffshebewerk Lüneburg kann seinen Betrieb wiederaufnehmen, wenn der Wasserstand auch dort wieder um ca. 20 cm gestiegen ist.

Auf der Elbe muss die Binnenschifffahrt aber weiterhin mit eingeschränktem Tiefgang rechnen. Am Schiffshebewerk liegen momentan 64 Schiffe Richtung Hamburg und 16 Schiffe Richtung Mittellandkanal.

Das Stauwehr ist Bestandteil der Staustufe Geesthacht bei Elbe km 585,9, die Anlage ist gemeinsam mit einer Schleuse im Jahre 1959 in Betrieb genommen worden. Die Staustufe ist die Grenze der Tideelbe zur Stromelbe. Das Wehr hat bei mittleren Wasserständen abhängig von der Tide eine Fallhöhe von ca. 1-3,5 m, wird jedoch bei höheren Sturmfluten überflutet.